Neues vom Land
- Christina Ochsner
- 2. Juli
- 6 Min. Lesezeit
Das ist unser fünfter Gartenbrief vom Juni 2026
Hier findest du Informationen
1. zum Garten von morgen,
2. zum Vorrang von Wildbienen,
3. zu den Aufgaben der Arbeitsgruppen,
4. zur Arbeitsgruppe Kompost,
5. zum erfolgreichen Sensenkurs,
6. zur Suche nach einem neuen Vereinspräsidium,
7. zum Einreichen von Quittungen,
8. für einen bunten Sommersalat
9. und zu den nächsten Gartenaktionen.
Einen leuchtenden Sommer
wünscht dir herzlich
für den Vorstand Land in Sicht
Christina Ochsner

1. Gemeinsam in den Garten von morgen
Heftig gerumpelt hat es in den vergangenen Wochen in unserem Verein. Das vorgestellte Permakultur-Konzept für den Garten hat vieles aufgewühlt und durchgeschüttelt – jedenfalls viel mehr, als die Initianten und Verfechterinnen der Vision es je erwartet hätten. Die Kommunikation zwischen Vorstand und Mitgliedern war nicht zuletzt deshalb ungenügend und unser Vorgehen nicht optimal. Das tut uns leid.
Was es jetzt braucht, ist vor allem Zeit. Um Kränkungen zu verdauen und Unstimmigkeiten auszuräumen – aber auch um Pläne zu schmieden, Ideen zu konkretisieren und gemeinsam das weitere Vorgehen zu besprechen. Denn ein weiteres Vorgehen soll es selbstverständlich geben. An der letzten Mitgliederversammlung hat sich ja eine Mehrheit dafür ausgesprochen, dass uns das Permakultur-Konzept als Vision für einen Garten von morgen dienen kann.
Als erster Schritt soll eine Arbeitsgruppe Permakultur gegründet werden. Hier könnten Ideen besprochen sowie einzelne Projekte und die Wege dahin erarbeitet werden. Bist du dabei? Dann melde dich doch persönlich bei jemandem vom Vorstand oder per Mail unter hello@landinsicht-zueri.ch

2. Wildbienen sollen Vorrang haben
Wildbienen sind für die Bestäubung von Wildpflanzen unverzichtbar. Viele Arten sind spezialisiert und brauchen ganz bestimmte Blüten, von denen sie Nektar und Pollen sammeln. Fehlt ihnen das passende Nahrungsangebot, verschwinden sie. Bereits sind über die Hälfte aller Wildbienenarten in der Schweiz gefährdet. Um sie zu schützen, hat Grün Stadt Zürich deshalb so genannte «Wildbienenvorranggebiete» eingerichtet und Fördermassnahmen gestartet. Empfohlen wird, das einheimische Wildblütenangebot zu erhöhen, Nisthilfen anzubieten, Ruderalflächen anzulegen und ungemähte Wiesenstreifen stehen zu lassen.
Zudem wird empfohlen, auf städtischem Boden keine neuen Honigbienenstände zu bewilligen. Die immer beliebteren Honigbienen sind zwar wertvolle Nutztiere und bestäuben zuverlässig Obstbäume und andere Kulturpflanzen. Sie sind aber sehr konkurrenzstark, sammeln riesige Mengen Nektar und Pollen und können dadurch einheimische Wildbienen verdrängen – vor allem dort, wo das Blütenangebot knapp ist.
Auch unser Garten liegt in einem Gebiet, in dem Wildbienen Vorrang haben sollen. Trotzdem dürfen unsere Honigbienen bleiben, weil sie bereits seit einigen Jahren bei uns leben. Mittelfristig soll aber die Zahl der Honigbienenvölker in Zürich reduziert werden, um die Artenvielfalt zu bewahren und ein gesundes Gleichgewicht zwischen Wild- und Honigbienen zu erreichen. Mit den oben erwähnten Fördermassnahmen können wir zusätzlich dafür sorgen, dass es Wildbienen bei uns wohl ist.
Mehr dazu unter www.bienenfachstelle-zh.ch

3. Dafür sind die Arbeitsgruppen verantworlich
Auf unserem Land gibt es diverse Arbeitsgruppen (AG), welche die Verantwortung für Teile des Gartens, bestimmte Pflanzen oder Aufgaben übernommen haben.
Die AG Marktgarten bearbeitet und pflegt als grösste Arbeitsgruppe die fast 30 Beete im «Marktgarten»-Teil, produziert Gemüse und Kräuter nach ökologischen Grundlagen in Mischkultur und trägt durch deren Verkauf auf dem Becki Markt zur Finanzierung des Vereins bei. Ebenso stellt sie einen Teil der Ernte für die Mitglieder zur Verfügung.
Die AG Beeren pflegt die verschiedenen einheimischen Beerensträucher entlang der Gartengrenze, giesst, schneidet und düngt sie, erntet die Beeren und bringt sie in den Verkauf am Becki Markt oder verteilt sie unter den Mitgliedern.
Die AG Ernte übernimmt die Kommunikation zwischen Land in Sicht und dem Becki Markt, sichtet rechtzeitig marktreife Beeren, Salate oder Gemüse und organisiert die Ernte.
Die AG Blumen sät, setzt und pflegt einheimische Wildblumen, Zwiebelgewächse und Stauden und sorgt so für einen artenreichen Garten. Die Blumen sind Lebensraum und Nahrung für wild lebende Insekten und unsere Honigbienen, aber auch Material für Sträusschen für den Becki Markt und die Mitglieder.
Die AG Bienen sorgt für die auf dem Land angesiedelten Honigbienen, erledigt alle anfallenden Imkeraufgaben und leistet damit einen Beitrag zur Biodiversität. Die Bienen profitieren von Blumen und Blüten und bestäuben umgekehrt diverse Pflanzen im Umkreis von drei Kilometern. In guten Jahren kann sogar Honig geerntet werden.
Die AG Schafe ist verantwortlich für die tiergerechte Haltung und Pflege der Schafe, die jeweils von Frühling bis Herbst unsere und nahen Wiesenflächen beweiden. Die Schaf-Gruppe installiert die nötigen Elektrozäune, organisiert den Weidewechsel, Reinigungs- und Kontrollgänge, überwacht den Gesundheitszustand und stellt Wasser und Zusatzfutter bereit.
Die AG Infrastruktur ist zuständig für Werkzeuge und Maschinen, die Wasserversorgung auf dem Land, den Unterhalt der Tore, Wege und Gemeinschaftsflächen sowie die Sicherheit für die Nutzer:innen. Dadurch werden die Auflagen des Pachtvertrages eingehalten.
Daneben gibt es noch die AG Ruderalflächen (pflegt die Pionierpflanzen auf der nährstoffarmen Brache rechts nebem dem Haupteingang), die AG Wildpflanzen(betreut den Brennnesselgarten und die in ihm lebenden Insekten), die AG Bäume(zuständig für die Bäume auf dem Land). Eine AG Permakultur ist im Aufbau, mehr über die AG Kompost erfährst du im folgenden Abschnitt.

4. Die AG Kompost formiert sich neu
Aus Grünschnitt, Ästen und organischen Abfällen entsteht im Laufe der Zeit und mit Hilfe von Feuchte, Wärme, Mikroorganismen und Würmern ein nahrhafter organischer Dünger: der Kompost. Ins Beet ausgebracht wird daraus Humus, die oberste Schicht eines gesunden, fruchtbaren Gartenbodens.
Damit das alles wie gewünscht funktioniert, stellt die AG Kompost Plätze bereit, auf die du deine klein geschnittenes Jätgut (Beikräuter, Gras, vertrocknete Pflanzenteile), Stengel und Äste sowie kompostierbare Küchenabfälle (ohne gekochte Lebensmittel, Eierschalen oder Teile von exotischen und Schalenfrüchten) bringen kannst. Regelmässig werden diese «Kompost-Zutaten» dann gehäckselt, gemischt und umgeschichtet, bis du irgendwann darüber informiert wirst, dass du den gereiften Kompost verwenden kannst. Kreislaufwirtschaft vom Feinsten!
Interessiert dich diese wichtige Arbeit? Zurzeit formiert sich eine neue Kompost-Gruppe. Willst du dabei sein? Dann melde dich direkt beim Vorstand oder unter hello@landinsicht-zueri.ch. Wir freuen uns auf dich.

5. Der Sensenkurs war ein Erfolg
Ende April hat uns Remo Stauber von der Sensenwerkstatt Stauber in Thalwil bei bestem Wetter ins Handwerk des Sensens eingeführt. Der rasch ausgebuchte Workshop wurde von sieben Personen aus unserem Verein und zwei Teilnehmerinnen aus dem Gemeinschaftsgarten Grünhölzli besucht. Das Angebot war höchst interessant, professionell vorbereitet und wurde mit einem Apero schmackhaft abgerundet. Remo Stauber hat uns in zwei Stunden viel Wissenswertes zur Geschichte des Sensens, über das Werkzeug, seine Pflege und die regionalen Unterschiede sowie über die Technik des Schneidens, Dengelns und Wetzens beigebracht. Alle schienen am Schluss glücklich und zufrieden.
Danke an alle Beteiligten, speziell an Remo Stauber und Grün Stadt Zürich, die über die Stiftung Bodenschutz das Honorar für den Workshop beigesteuert hat. Inzwischen haben wir für den Verein bei der Sensenwerkstatt Stauber zwei neue Sensen gekauft und es steht nichts mehr im Wege, das Gelernte auszuüben. (Foto und Text: Thomas Zangger)

6. Wir suchen ein neues Präsidium
Seit vielen Jahren teilen sich Claire Bucher und Thomas Zangger im Vorstand das Präsidium unseres Vereins Land in Sicht. Sie vertreten den Verein gegen innen und aussen, nehmen an Verhandlungen teil, unterzeichnen Verträge und haben bei unentschiedenen Diskussionen im Vorstand das letzte Wort. Claire ist verantwortlich für die Finanzen und die administrative Aufnahme neuer Mitglieder, Thomas übernimmt die Kommunikation nach aussen wie z.B. zur Landvermieterin Grün Stadt Zürich oder zum nahe gelegenen Schipferhof.
Jetzt möchten beide den Weg frei machen für Jüngere, für neue Ideen, für andere Sichtweisen. Hast du Interesse? Willst du dich als Präsident oder Präsidentin, alleine oder im Zweierteam für den Verein einsetzen? Dann bewirb dich bis Ende August bei einem der Vorstandsmitglieder oder über hello@landinsicht-zueri.ch. Du wirst sorgfältig eingeführt und kannst selbstverständlich vorgängig bei Vorstandssitzungen schnuppern. Das neue Präsidium soll an der nächsten Mitgliederversammlung im Frühjahr 2027 gewählt werden.

7. Quittungen rechtzeitig einreichen
Hast du in den vergangenen Wochen Samen, Setzlinge, Werkzeug oder etwas anderes für den Garten gekauft? Dann vergiss nicht, die Quittungen rechtzeitig bei Claire einzureichen, damit du dein Geld zurückerhältst. «Rechtzeitig» bedeutet: die Quittungen dürfen jeweils maximal zwei Monate alt sein, wenn du sie Claire gibst, sonst werden sie nicht mehr vergütet. Bei Beträgen von mehr als Fr. 100.-- musst du vorab mit Claire Rücksprache halten. Gleichzeitig bitten wir dich, sparsam mit den Vereinsgeldern umzugehen. Danke!

8. Bunter Sommersalat
In diesem Salat kommt alles zusammen, was den Sommer zum Sommer macht – und manches, was du in unserem Garten findest.
Zutaten
• aromatische Tomaten
• Wassermelone
• Aprikosen
• Salatgurke
• Granatapfelkerne
• schwarze Oliven
• geröstete Pinienkerne oder Cashews
• Salz und Pfeffer
• milder, fruchtiger Essig oder Granatapfelmelasse
• Oliven- oder Rapsöl
• frische Kräuter, z.B. Basilikum, Zitronenverveine, vietnamesischer Koriander, Oregano, Bohnenkraut, Petersilie, milde Minze
• Fetakäse
Zubereitung
Alles passend zerkleinern. Dann sämtliche Zutaten (noch ohne Fetakäse) in einer Schüssel gut mischen und abschmecken. Etwas ziehen lassen. Zum Schluss den Feta darüber geben und nach Belieben mit etwas Kräutern und essbaren Blüten dekorieren. En Guete!

9. Die nächsten Gartenaktionstage
An den Gartenaktionstagen (GA) packen wir gemeinsam Aufgaben an,
die dem gesamten Garten zugutekommen. Wir pflegen also nicht einfach unsere eigenen Beete, sondern schichten Kompost um, jäten unter den Hecken, häckseln Äste,
sensen die Wiesen oder säen neue Pflanzen an.
Geleitet werden die GA jeweils von jemandem aus dem Vorstand,
der weiss, was gerade aktuell ist. Dabei teilen wir Erfahrungen und Gärtnerwissen,
führen Neulinge ein und geniessen unser wunderschönes Stück Land. Komm vorbei!
Wir freuen uns auf dich. Detaillierte Einladungen werden rechtzeitig
vor den Aktionstagen per Mail verschickt.
Die nächsten GA-Termine zum Notieren
4. Juli, Samstag, 10.00-12.00 Uhr
18. Juli, Samstag, 10.00-12.00 Uhr
8. August, Samstag, 10.00-12.00 Uhr
22. August, Samstag, 10.00-12.00 Uhr
Du und der Gartenbrief
Du erhältst diesen Gartenbrief drei bis vier Mal pro Jahr, weil du Mitglied bist im Verein Land in Sicht. Wir nutzen deine Adresse nur für den Versand dieses Briefes und vereinsinterne Mitteilungen. Wir geben die Adresse nicht an Dritte weiter.
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